Gründe für das Nicht-Zusammenkommen von Unternehmen und Absolvent*innen sind z. B. eingeschränkte Deutschkenntnisse oder das Beharren auf traditionelle Werte. Welche Rolle Intersektionelles Diversitätsmanagement bei der Überbrückung dieser Differenzen spielen kann, erforscht Luisa Emelie Baumgart, Doktorandin in unserem Projekt TransRegINT, Team Kompetenzaufbau.
„Der Begriff Diversität macht vielen Angst!“
Unter Diversität versteht Luisa Emelie die verschiedenen Dimensionen, die Personen einer Gesellschaft ausmachen, z. B. Geschlecht, Alter, Herkunft, Behinderung oder auch sexuelle Orientierung. „Jede Dimension bringt verschiedene Erfahrungen in unsere Leben“, führt sie aus. Vor allem, da die Dimensionen aufeinander einwirken und eine Wechselwirkung erzeugen können. Das nennt man Intersektionalität.
„Visuell gesprochen ist die Intersektionalität vergleichbar mit einer Autokreuzung, bei der sich zwei oder mehr Dimensionen kreuzen. Einfaches Beispiel: Geschlecht und Hautfarbe, z. B. eine Schwarze Frau.“
„Dieser Mix der Dimensionen macht uns einzigartig,“ erklärt die Soziologin.
Für ihre Promotion will Luisa Emelie herausfinden: Wie wird Diversität in Unternehmen am Niederrhein wahrgenommen? Gibt es Diversitätsstrategien? Welche Personengruppe wird darin besonders berücksichtigt? Am Niederrhein sind das zum Beispiel Pendler*innen aus den Niederlanden. Für ihre Datenerhebung führt sie leitfadengestützte Interviews mit Management und Arbeitnehmer*innen verschiedener kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie Non-Profit-Organisationen in der Region Niederrhein.
Neben der Bestandsaufnahme, wünscht sich Luisa Emelie die Grundlage für weitere Veränderung zu schaffen.
„Mein Ziel ist es, den Benefit von Diversität für Unternehmen herauszustellen, damit diese besser aufgestellt sind für die Zukunft.“
Dazu zählt auch, neue, diverse Fachkräfte einzustellen, die mit gezielten Maßnahmen an das Unternehmen gebunden werden können. Für sie ist Diversität und mehr Offenheit für Diversität in den Unternehmen eine Lösung, um dem regionalen Fachkräftemangel zu begegnen. „Wir müssen beginnen, die Vielfalt zu schätzen.“
