In der offenen Werkstatt arbeiten Kinder und Jugendliche mit 3D-Druckern, Lasercuttern, Schneideplottern und Microcontrollern. Dabei entdecken sie, dass Technik Spaß macht und dabei helfen kann, eigene Ideen zu verwirklichen.
Bildungsforschung mündet in Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche
Das Angebot „Young Creatives“ begeistert Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren für Technik und Making. Freitagsnachmittags tüfteln durchschnittlich 15 bis 20 Kinder und Jugendliche von 14 bis 16 Uhr an 3D-Modellierung, Coding und Design. Genutzt wird zum Beispiel Filament, Pappelsperrholz, und Textilien. Regelmäßig Teilnehmende schnappen sich direkt einen Laptop und arbeiten zwei Stunden konzentriert an einem Projekt. Zwischendurch nehmen sie neue Kinder an die Hand, die dann auch schnell mittendrin sind. „Für so ein offen gestaltetes Angebot muss ein organisatorisches und technisches Setting geschaffen werden, das klar an der Zielgruppe orientiert ist“, betont Magdalena Virgo, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Labmanagerin des Green FabLabs.
Entstanden sind die Young Creatives aus der Forschung von Kathrin Smolarczyk, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr.-Ing. Rolf Becker, im BMFTR-geförderten Drittmittelprojekt „EnvironMINT“. Die Frage: Wie müssen Lernräume gestaltet sein, damit Kinder und Jugendliche im MINT-Bereich in ihrer Freizeit kreativ werden können? Wie gelingt eine settingübergreifende Kooperation mit Eltern und Lehrkräften? Was sind Hürden? Welche Angebote, welche Anwendungen, Themen und Zwecke sind erfolgreich? Was sind entscheidende Faktoren, dass die Kinder wiederkommen und das Angebot nicht als Strohfeuer endet?
Partizipative Angebotsentwicklung: Kinder und Jugendliche gestalten mit
Das heutige Angebot ist das Ergebnis verschiedener Fragebogen-, Interview- und Fokusgruppenstudien. Es wurde in insgesamt drei vierwöchigen Zyklen mit Kindern und Jugendlichen aus Kamp-Lintfort entwickelt. Stand zu Beginn etwa die Suche nach Best-Practice-Beispielen im Vordergrund, sind die Young Creatives mittlerweile selbst ein Erfolgsbeispiel, das anderen Inspiration bietet. Die Forschungsergebnisse und ein Praxishandbuch stehen der Community Open Source zur Verfügung. Auch heute noch wird das Angebot stetig weiterentwickelt und angepasst. Kathrin Smolarczyk gibt einen Einblick:
„Im Green FabLab finden die jungen Menschen einen niederschwelligen Zugang zu fortschrittlicher Technik und passendes Lernmaterial, mit dem sie eigenständig vorankommen; alles darf verwendet und ausprobiert werden.“
„Viele Kinder trauen sich durch ihre niedrige Selbstwirksamkeit eine Teilnahme an vergleichbaren MINT-Angeboten oftmals nicht zu. Bei uns ist das anders. Da andere Aspekte, wie z. B. Kreativität im Vordergrund stehen und soziale Eingebundenheit ein Kern unseres Angebots ist, haben sie die Chance, sich selbst vom Gegenteil zu überzeugen. Die Kinder gehen nach der Teilnahme gestärkt mit dem Eindruck ‚Ich kann das!‘ nach Hause.“
Förderprojekt vorbei – die Young Creatives sollen bleiben
Im Dezember 2025 endet das Projekt „EnvironMINT“. Kathrin Smolarczyk und Magdalena Virgo arbeiten daran und sind zuversichtlich, dass die Young Creatives fortbestehen. Für die weitere Öffnung des Green FabLabs auch für andere Gruppen, wie beispielsweise Senior*innen, steht ihnen Miriam Drazek vom Team LabLandschaften im Projekt TransRegINT zur Seite. Gemeinsam haben sie im November zwei Familienworkshops angeboten. Kathrin Smolarczyk betont: „Natürlich kam auch bei diesem Angebot die Forschung nicht zu kurz: Die Elterneinbindung ist ein wenig erforschtes Thema. Wie können Eltern einbezogen werden? Und wie profitieren die Kinder davon?“ Es bleibt spannend im Green FabLab.
