Michael Titze und Dr.-Ing. Martin Hellwig vor dem umgebauten Gokart.

Laborfunk: Vom Gokart zur E-Mobility-Plattform

„Mehr Praxis in Studiengängen“ war das Leitmotiv für Michael Titze und Dr.-Ing. Martin Hellwig von der Fakultät Technik und Bionik, als sie im Jahr 2022 ein Berg Pedal-Gokart für das Mechatronik- und Regelungstechnik-Labor erwarben. Ziel war es, Studierende außerhalb des Curriculums für praktische Arbeiten zu motivieren, neugierig zu machen und damit eigene Interessen zu fördern.

In den vergangenen drei Jahren wurde gemeinsam mit Studierenden das Gokart in eine Entwicklungsplattform für Elektrofahrzeuge umgewandelt. Mit dem ursprünglichen pedalgetriebenen Fahrzeug für Jugendliche hat das heutige Gefährt nur noch wenig Ähnlichkeit – sehr zur Zufriedenheit von Michael Titze und Martin Hellwig. „Die Plattform beinhaltet alle Bauteile eines elektrischen Antriebs eines modernen Elektroautos: Lithium-Ionen Batterie, CAN-Datenbus, Steuergeräte und Elektromotoren“, stellt Michael Titze die einzelnen Komponenten bei einer Besichtigung vor Ort vor. Die gesamte Fahrzeugstruktur und die meisten Komponenten wurden von Studierenden entwickelt und gebaut. Einzigartig ist hier, dass alle vier Räder unabhängig voneinander elektrisch angetrieben werden und das Drehmoment gezielt an einzelne Räder verteilt werden kann. Das ermöglicht es den Studierenden neuartige Fahrfunktionen wie Torque-Vectoring zu entwickeln und erlebbar zu machen.

Nahansicht electric Gokart

„Das Gokart ist nun im Idealzustand: Wir verfügen über eine Plattform, an der vielseitige Projekte verschiedenster Ingenieursdisziplinen andocken können. Jede*r trägt positiv zu einer Weiterentwicklung bei“, erläutert Martin Hellwig „Die modulare Struktur, die mit der eines Elektroautos identisch ist, verhindert, dass parallele Projekte kollidieren und die Funktion des Fahrzeugs verloren geht.“

Team electric Gokart

Das Angebot mitzuwirken ist nicht auf die Fakultät Technik und Bionik begrenzt. „Wir haben viel Luft nach oben, was das praktische Arbeiten, die Zusammenarbeit mit anderen Laboren der HSRW und mögliche Studierendenprojekte und Abschlussarbeiten betrifft: Ob Modellbildung, Elektrotechnik, Design, Regelungstechnik, Nachhaltigkeit, Akzeptanzstudien etc., es bieten sich unzählige Möglichkeiten. Wir sind offen für den Austausch und neue Ideen. Jeden Freitagvormittag sind wir hier im Raum 06 02 008 anzutreffen: Einfach mal vorbeischauen.“

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