Ein gut besuchtes Labor, in dem von morgens bis abends reges Treiben herrscht? Das ist das Cloud Resilience Lab (CRL) am Campus Kamp-Lintfort. Prof. Dr.-Ing. Patrick-Benjamin Bök und Prof. Dr. Matteo Große-Kampmann, die das CRL leiten, bezeichnen es auch augenzwinkernd als „betreuten Aufenthaltsraum“. Liegt es an der zuverlässig gefüllten Candybar, dem unwiderstehlichen Kaffeeduft, an den interaktiven Lehrveranstaltungen oder allen dreien? Eine Spurensuche.
Das 2023 gegründete CRL beschäftigt sich mit der Widerstandsfähigkeit von Cloud- und Hybridinfrastrukturen. Einfach gesagt, es betrachtet die gesamte Kette in einem Prozess wie das Nutzen einer App – vom Endgerät über das Netzwerk in die Cloud und zurück. Im CRL werden Antworten gesucht und gefunden auf Fragen wie beispielsweise ob ein Smartphone in lauter Verkehrsumgebung zuverlässig und in Echtzeit das Martinshorn erkennen kann, oder wie eine KI wählen würde, wenn sie Plattformen wie den Wahl-O-Mat nutzen würde.
Im März 2026 wurde das letzte Puzzlestück in der Ausstattung des noch jungen Labors gelegt. Das CRL betreibt nun ein 5G-Campusnetz. 5G ist ein Mobilfunkstandard mit u. a. höheren Übertragungsgeschwindigkeiten und größerer Kapazität. Damit verfügt das CRL über verschiedene Funktechnologien, um ausreichend reale Szenarios darstellen zu können.
Doppelnutzung erwünscht
Auch während Vorlesungen und Übungen können Studierende aus anderen Kursen oder in Bachelorarbeiten des CRL Platz nehmen und arbeiten. Es wurde ein Raum geschaffen, der Studierenden ermöglicht, frei auszuprobieren, allein, aber auch im Miteinander. Dass das gelingt, zeigen zahlreiche Veröffentlichungen, die aus Studierendenprojekten entstehen. Sie unterstreichen die Bedeutung des digitalen Handwerks: Wer die Zusammenhänge versteht und die Technologie hinter den Anwendungen begreift, bringt letztlich das Wissen mit, um im späteren Berufsleben den gewünschten Output zu liefern.
Projektbasiertes Lernen
Zurück zur Eingangsfrage: Was ist nun der Grund, dass Studierende kommen und bleiben? Patrick-Benjamin Bök erläutert: „Wir drehen Veranstaltungen. Matteo und ich sind überzeugt, dass wir Lehrenden uns von klassischen Vorlesungen und Übungen lösen müssen.“ Angeboten werden Meetings, Workshops und Fachgespräche statt endloser Folien. „Zu den einzelnen Terminen müssen die Studierenden liefern und mit uns und ihren Mitstudierenden diskutieren“, so Patrick-Benjamin Bök. Erleichtert wird das sicherlich auch durch etwas Süßes aus der Candy Bar und einer Tasse frischgekochtem Kaffee.
