Ungebrauchte Alltagsgegenstände im Abfall zu entsorgen ist ein Phänomen, das der Studentin Kirandeep Kaur erstmals in Deutschland begegnete. Das sei in ihrer Heimat sehr ungewöhnlich. Stattdessen werden nicht mehr benötigte Dinge für andere Menschen in Schränken zur Verfügung gestellt. „Diese stehen vor Hochschulen, in Nachbarschaften, an belebten Orten“, blickt Kirandeep auf ein etabliertes Netzwerk des Gebens und Nehmens.
„Nimm, was du brauchst, oder gib, was du möchtest”
Warum nicht auch in Kleve ein Mikronetzwerk der gegenseitigen Hilfe anregen, um Menschen und Ressourcen miteinander zu verbinden? Dafür bedarf es keiner großen physischen Räume, Kirandeep denkt an das Aufstellen transparenter Schränke aus Metall und/oder Glas in öffentlich zugänglichen Bereichen wie beispielsweise am Marktplatz an der Linde oder im Bahnhofsumfeld. Beides seien Orte, an denen Menschen in Kleve regelmäßig anzutreffen seien und daher geeignet als Treffpunkte, um Dinge zu spenden und mitzunehmen. Die wetterfesten Schränke dienen als offene Tauschbörsen für wiederverwendbare Gegenstände wie Kleidung, Bücher, Elektronikgeräte, kleine Haushaltswaren, Küchenutensilien und vieles mehr.
Manche Tausch- oder auch Leihobjekte sind vielleicht zu groß oder zu wertvoll für die Schränke. Daher möchte Kirandeep die Sanjha mit einer digitalen Lösung ergänzen. Ihr schwebt eine mobile App vor, die die Bürger*innen in Kleve und Umgebung vernetzt. Damit könnten beispielsweise Menschen nach Gegenständen fragen, die sie nur für kurze Zeit benötigen. Oder Nutzer*innen Dinge auflisten, die sie verschenken oder verleihen möchten. Mit der App vereinfacht sich die Kommunikation. Es könnten Treffpunkte vereinbart, Abholungen und Rückgaben geplant werden. Die App bietet zudem den Eigentümern der Sachen Sicherheit. QR-Codes an den Tauschschränken sollen auf die mobile App hinweisen.
Gemeinschaft und Klima profitieren gleichermaßen
Das Bereitstellen nicht benötigter Gegenstände, ist für mich eine Geste der Großzügigkeit und Menschenfreundlichkeit, die sich von individuellen Verhaltensweisen einzelner in gemeinsame Gewohnheiten wandeln könnte,“ hofft Kirandeep auf ein Umdenken in der Gesellschaft. Ihre Tauschschränke könnten der Startpunkt zu einer Gemeinschaft werden, die mit Würde gibt und empfängt. „Jede Ware, die wiederverwendet werden kann, reduziert Abfall. Gleichzeitig helfe ich, Geld einzusparen und biete einen freien Zugang zu Gütern, die sich andere vielleicht nur schwer leisten können.“
Neugierig geworden? Dann in den kommenden Wochen bis zur Preisverleihung der Klever Birne am 11. September 2025 die Einzelvorstellungen der diesjährigen Finalist*innen hier auf unserer Webseite oder auf unseren Social-Media-Kanälen anschauen und genauer informieren. Der Zugang zur Preisverleihung ist kostenfrei, allerdings wird um Anmeldung gebeten.
