Einen Bücherschrank gibt es in Kleve zum Beispiel an der Reichswalder Kirche, betreut vom Heimatverein Reichswalde. Hier werden Bücher ausgetauscht, so dass ein Buch von mehr als einem Augenpaar gelesen werden kann. Warum nicht auch solche Schränke nutzen, um weitere gut erhaltene Gegenstände wie etwa Kleidung, Spielzeug oder Werkzeuge anzubieten, fragte sich Sarah Kisakye. Und traf mit dieser Überlegung ins Herz der diesjährigen Challenge der Klever Birne: Wie können wir Ressourcen gemeinsam nutzen und Nachhaltigkeit in der Gemeinschaft fördern? „In dem wir Dinge, die wir kaum oder nicht mehr nutzen, mit anderen teilen“, so Sarah.
Physische Tauschbörsen statt digitaler Plattformen
Dafür schlägt sie vor, dass die Stadtverwaltung in Kleve permanente Tauschschränke aufbaut, in denen gut erhaltene Dinge abgegeben und bei Bedarf abgeholt werden können. Betreut werden sollen diese von einem Team ehrenamtlicher Mitarbeitenden. Der Zugang sollte niedrigschwellig sein, der Ort gut erreichbar und möglichst weit gefasste Öffnungszeiten beinhalten.
Zusätzlich könnten diese stationären Tauschschränke um Werkzeugbibliotheken erweitert werden. Hier könnten gegen eine geringe Gebühr Werkzeuge, die nicht in jedem Haushalt vorhanden sind, ausgeliehen werden. Um Anschaffungsgebühren zu reduzieren, schwebt Sarah vor, dass die Ausstattung auch hier durch gespendete Werkzeuge wie etwa Nähmaschinen, Leitern, Bohrmaschinen oder Gartengeräte aufgebaut wird. Um Kosten wie beispielsweise Instandsetzungen zu tragen, soll für die Werkzeugbibliothek ein geringer monatlicher Beitrag erhoben werden – ähnlich der Nutzungsgebühr einer öffentlichen Bibliothek.
Ort der Gemeinschaft
Durch das Anbieten zusätzlicher Workshops, bei denen fachkundige Freiwillige ihr Wissen zu Reparatur, Do-it-yourself (DIY) und Recycling vermitteln, bietet sich die Gelegenheit die Tauschbörsen als sogenannte dritte Orte zu schaffen. So entstehen Räume der Gemeinschaft und der Begegnung. Die Idee fördert Gemeinschaft und Vertrauen. Werte, die so empfindet es Sarah, in der Gesellschaft schwinden. Die Tauschbörsen könnten so also auch soziales Miteinander fördern.
Durch das gemeinschaftliche Nutzen Ressourcen schonen
„Meine Idee unterstützt Menschen dabei Geld zu sparen: Wenn ich etwas ausleihe, muss ich es nicht neu kaufen. So wird auch der Verbrauch gesenkt und damit die erforderlichen Ressourcen für Produktion, Transport und Vertrieb. Das führt insgesamt zu einem kleineren CO2-Fußabdruck der einzelnen teilnehmenden Haushalte.“
Sarah ist überzeugt, dass die Kultur der Wiederverwendung langfristig eine zukunftsweisende Lösung für den Klimaschutz ist. Ebenso für das soziale Miteinander: „Meine Tauschschränke fördern eine No-Waste-Mentalität und ermutigen zu Großzügigkeit durch das Spenden von Dingen.“
Neugierig geworden? Dann in den kommenden Wochen bis zur Preisverleihung der Klever Birne am 11. September 2025 die Einzelvorstellungen der diesjährigen Finalist*innen hier auf unserer Webseite oder auf unseren Social-Media-Kanälen anschauen und genauer informieren. Der Zugang zur Preisverleihung ist kostenfrei, allerdings wird um Anmeldung gebeten.
