3 Personen vom Team 10qm Nachbarschaft stehen vor einem Laden

Klever Birne 2025: 10m² Nachbarschaft

Ich weiß nicht, wer in der Wohnung unter mir lebt, aber das weiße Auto steht schon seit drei Tagen auf der Stellfläche vor meinem Haus. Tatsächlich stehen Autos 95 % des Tages im öffentlichen Raum und belegen eine Parkfläche von mindestens 2 m x 5 m = 10 m². Für die Bundesstiftung Baukultur und auch für Anna-Lena Frauenlob, Jan-Peter Heinz und Philip Frauenlob vom Team „10 m² Nachbarschaft” ist dies ein Widerspruch zur Wichtigkeit öffentlicher Räume als Begegnungs- und Erholungsräume.

Raum für gute Nachbarschaft

Gerade öffentliche Orte sind das Rückgrat der Gesellschaft. Das finden zumindest Anna-Lena, Jan-Peter und Philip. Sie haben einen besonderen Fahrradanhänger konzipiert, der die Menschen auf kleinem Raum zusammenbringen soll. Ihnen schwebt ein mobiler Fahrradanhänger vor, der so viel mehr ist, als sein Name vermuten lässt. Ein Fahrradhänger, der als Theke dient für Kaffee und Kuchen. Als Material- und Werkzeuglager für eine kleine Bibliothek der Dinge. Vollständig aufgebaut und ausgeklappt, inklusive Stehtisch und Sitzbank, nimmt er genau die Fläche der kleinsten Parkplatzgröße ein: 2 m x 5 m.

Gebaut werden soll der Anhänger zu Großteilen aus gebrauchten und upgecycelten Materialien. „Unser Wunsch ist, dass er zum Nachdenken anregt über das Wegwerfen, Umnutzen und Verschenken von Dingen“, so das Team 10 m² Nachbarschaft. Zum Einsatz kommen soll der Fahrradhänger auf Parkplatzflächen und so ganz nebenbei einen Diskurs anregen über den Platzbedarf von Autos im öffentlichen Raum.

Einladen soll er zu unverbindlichen Begegnungen, aus denen vielleicht mehr entstehen kann: „Schlendert man beim ersten Mal vorbei und nimmt sich ein Stück Kuchen mit, überlegt man vielleicht beim nächsten Mal länger zu bleiben“, so der Plan. Denn die 10 m² Nachbarschaft sollen regelmäßig am selben Ort angeboten werden und sich etablieren.

„Und dann können Bekanntschaften entstehen, eine Leseoma oder Babysitter gefunden, Carsharing ausprobiert oder auch nur die Bohrmaschine ausgeliehen werden – einfach alles was eine gute Nachbarschaft ausmacht.“

Betreut werden soll der Fahrradhänger erstmals vom Team selbst. „Wir werden die Anfangsphase – also mindestens ein Jahr – selbst bzw. mit Unterstützung aus unserem eigenem Netzwerk starten und dann mit gewisser Regelmäßigkeit auftreten. Gerade suchen wir die Quartiere aus, wo es die 10 m² braucht.“ Da der Fahrradhänger auch ausgeliehen werden kann, überlegen Anna-Lea, Jan-Peter und Philip derzeit, wo der Fahrradanhänger stationiert und wie die Ausleihe verwaltet wird.

Neugierig geworden? Dann in den kommenden Wochen bis zur Preisverleihung der Klever Birne am 11. September 2025 die Einzelvorstellungen der diesjährigen Finalist*innen hier auf unserer Webseite oder auf unseren Social-Media-Kanälen anschauen und genauer informieren. Der Zugang zur Preisverleihung ist kostenfrei, allerdings wird um Anmeldung gebeten.

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