Mann bewegt Schaufel eines Minibaggers.

Erfolgreicher Abschluss des Kooperationsprojekts Wasserstoffbagger

Auszubildende von Omexom, MAKS und der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) sowie Studierende der HSRW stellten sich der Herausforderung in einem sogenannten Makeathon. Fünf Tage haben sie gemeinsam während des Innovations- und Entwicklungsworkshops bis zur letzten Minute gearbeitet. Am Freitagnachmittag brandete Jubel auf, als der Wasserstoffbagger von einem Teilnehmer aus der Werkstatthalle bei MAKS in Uedem gefahren wurde.

Der Weg zum wasserstoffbagger

Die vorbereitenden Arbeiten für den Makeathon begannen bereits vor einigen Monaten im Sommersemester 2025. Damit wurde die Durchführung des Makeathons zum jetzigen Zeitpunkt erst möglich. Angeleitet von Norbert Reintjes, aus unserem Projekt, haben die Auszubildenden den Bagger in Teile zerlegt, eine Datenaufnahme durchgeführt und mithilfe von CAD-Software ein Basismodell konstruiert. Dann übernahmen Studierende der Fakultäten Technologie und Bionik sowie Kommunikation und Umwelt: In angeleiteten Kleingruppen haben sie die Umrüstung in der Theorie durchgeplant. Darauf aufbauend wurdne Bauteile beschafft bzw. angefertigt.

In der Woche vom 23. Februar wurde in sechs verschiedenen Teams bei MAKS praktisch umgesetzt, was in Theorie erarbeitet wurde – vom Einbau eines neuen Elektromotors über die Überarbeitung des Hydrauliksystems bis zur Erneuerung der Energieversorgung inklusive Pufferbatterie und Wasserstoff-Brennstoffzelle. Die erste wichtige Erkenntnis: Nicht alles was theoretisch glänzt, ist praktisch umsetzbar. So wurde umgeplant und nachjustiert, ganz wie im realen Arbeitsleben.

Lehre und Praxis verzahnen

Dass der Bagger zu Demonstrationszwecken mit dem neuen Motor bewegt worden konnte und vor Ort emsig Sand gebaggert wurde, ist für die Lehrenden, die hinter dem Projekt stehen, zweitrangig. Sie loben die engagierte Mitarbeit der Auszubildenden und Studierenden. „Zusammen wurde auf ein Ziel hingearbeitet, individuelle Stärken und Wissen haben zum Erfolg der gesamten Gruppe beigetragen“, so Prof. Dr. Irmgard Buder, Professorin für Erneuerbare Energien und Electro Mobility an der HSRW. Prof. Dr.-Ing. Peter Kisters, Professor für Maschinenbau und Produktdesign sowie Vizepräsident für Forschung, Innovation und Wissenstransfer ergänzt:

„Es sind Formate wie der Makeathon, die unseren Studierenden eine praxisorientierte Ausbildung ermöglichen. Erst wenn sie selbstständig arbeiten und machen, entwickeln sie ein Verständnis für die Praxis und das ist unser Anspruch als Hochschule für angewandte Wissenschaften.“

Er blickt in diesem Zusammenhang auch auf den im letzten Jahr gestarteten Studiengang Engineering for Sustainability, B.Sc.. Hier arbeiten Studierende von Beginn an projektbasiert an realen Herausforderungen mit Fokus auf Maschinenbau. „Unter realen Herausforderungen verstehen wir neben dem praxisorientierten Arbeiten an hochschuleigenen Projekten wie z. B. zukünftig dem Wasserstoffbagger, explizit auch das Bearbeiten von Fragestellungen aus der Wirtschaft“, so Prof. Dr.-Ing. Peter Kisters.

Der Makeathon ist ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Firmen vom Niederrhein. „Neben der fachlichen Expertise von Mitarbeiter*innen und Auszubildenden der beteiligten Unternehmen, profitierten unsere Studierenden von der professionellen Arbeitsumgebung bei MAKS. Und auch von der Bereitstellung von speziellem Material u. a. durch Hexagon Purus“, führt Norbert Reintjes aus.

„Wir möchten künftig noch enger in der Aus- und Weiterbildung mit Firmen zusammenarbeiten. So können wir besser auf neue Anforderungen in der technischen Entwicklung reagieren und neue Ideen schneller in die Praxis bringen.“

Unternehmen, die sich aktiv an der Ingenieursausbildung der Fakultät Technologie und Bionik in Kleve beteiligen möchten, können sich direkt an Norbert Reintjes wenden. Kontakt: norbert.reintjes@hochschule-rhein-waal.de

Der Wasserstoffbagger wird nun zu einer Lehrplattform für weitere Projekte in der Ingenieursausbildung der HSRW in Kleve. Damit wird künftigen Ingenieur*innen eine praxisnahe Lernerfahrung ermöglicht. Das Thema Wasserstoff und andere Möglichkeiten der CO2-neutralen oder CO2-armen Fortbewegung werden auch auf dem Campus Kamp-Lintfort weiterverfolgt.

Der Makeathon und das Projekt „Wasserstoffbagger“ konnten dank der folgenden Partner realisiert werden: ITQ GmbH, Omexom, Hexagon Purus, IHK Niederrhein, Förderverein Hochschule Rhein-Waal und MAKS GmbH. Die wissenschaftliche Begleitung seitens der HSRW erfolgte durch Prof. Dr. Irmgard Buder, Professorin für Erneuerbare Energien und Electro Mobility, Prof. Dr.-Ing. Peter Kisters, Professor für Maschinenbau und Produktdesign sowie Vizepräsident für Forschung, Innovation und Wissenstransfer, Thomas Klimeck, Transformationsmanager Erneuerbare Energien, Norbert Reintjes, Technischer Mitarbeiter Transferaffine Fakultät der Zukunft, sowie Dipl.-Ing. Daniel Neubauer, Lehrbeauftragter der HSRW.

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