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Agroforstwoche – Nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft erleben

Vom 3. bis 8. Juni fand an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) erstmals die Agroforst Sommerwoche statt. In Vorlesungen, Workshops und Exkursionen wurde verschiedenen Gruppen das Konzept Agroforst – die Kombination von Gehölzen mit Ackerkulturen und/oder Tierhaltung auf einer Fläche – nähergebracht. Und vielleicht dazu beigetragen haben, die Scheu und Vorbehalte vor dieser uralten Praxis reduziert zu haben. Denn das System Agroforst mag komplexer in der Bewirtschaftung sein, bietet allerdings viele positive Effekte, wie z.B. ein geringerer Einsatz von Pestiziden, eine Sicherung der Artenvielfalt oder ein erhöhter Erosionsschutz.

Kinderuni weckt Neugierde für ökologische Themen

Der Startschuss zur Agroforst Sommerwoche fiel am 3. Juni mit einem Vortrag bei der Kinderuni der Hochschule Rhein-Waal (HSRW). Anna-Lea Ortmann, Doktorandin im Agroforst Reallabor des Projekts TransRegINT, fesselte die Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen im Alter von 8 bis 12 Jahren, indem sie auf anschauliche Weise die Grundlagen nachhaltiger Landwirtschaft vermittelte. Besonderes Augenmerk legte sie dabei auf das innovative Konzept des Agroforsts. Hier wurde der Grundstein gelegt, Kinder frühzeitig für die nachhaltige Landwirtschaft zu sensibilisieren und ihre Neugierde für ökologische Themen zu wecken.

Baumrallye bietet praktische Übung

An Studierende der Hochschule Rhein-Waal aus den Bachelorstudiengängen Agribusiness und Sustainable Agriculture richtete sich das Angebot der Baumrallye, die an zwei Tagen im Forstgarten Kleve durchgeführt wurde. Der Forstgarten in Kleve verfügt über einen abwechslungsreichen Baumbestand, darunter eine Vielzahl botanisch wertvoller Bäume. Zudem hat die Stadt Kleve in einem Teil ein Obstbaum-Arboretum angelegt. Ein idealer Ort, um Bäume spielerisch kennenzulernen. Und so erkundeten die Studierenden auf kreative und lehrreiche Art den Forstgarten und seinen Baumbestand und erschlossen sich zusätzliches Hintergrundwissen zu den Bäumen.

Agroforst-Betriebe direkt erleben

Neben einer ausschließlich Studierenden vorbehaltenen Exkursion zu den Agroforst-Betrieben Berkhöfel in Bedburg-Hau und Schanzenhof in Alpen, gab es auch für Interessierte außerhalb der Hochschule die Möglichkeit einen Agroforst zu besichtigen. Pia Haartz vom Hof Birgel in Kalkar machte in einer öffentlichen Tour durch den Walnuss-Agroforst erlebbar, wie Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen. Über 60 Bäume verschiedener Walnusssorten wurden zu Beginn des Jahres gepflanzt. Zwischenzeitlich hat Familie Haartz eine neue Fläche mit Haselnusssträuchern und Haselnusshochbäumen angelegt, die von den Teilnehmenden begangen werden konnte. Die Wurzeln der Pflanzen wurden mit Trüffelsporen geimpft. Daraus ergeben sich zwar besondere Pflegeansprüche, aber auch die Hoffnung, in fünf bis zehn Jahren dort neben Haselnüssen auch Burgundertrüffel ernten zu können.

Den Studierenden bot sich die Gelegenheit zwei Agroforstbetriebe mit unterschiedlichem Fokus zu besichtigen. Der Biohof Berkhöfel legt in Kooperation mit dem Verein Landschaftspflege im Kreis Kleve (LIKK e.V.) Streuobstwiesen an, die von den eigenen Schafen beweidet werden. Der Schanzenhof hat neben der Milchviehhaltung Agroforstwirtschaft in seine Aktivitäten integriert.

Erster Agroforststammtisch am Niederrhein

Im Seminarraum des Tropengewächshauses fand am 7. Juni der erste Agroforst-Stammtisch für Landwirt*innen statt. Ein Volltreffer: Rund 25 Personen aus der landwirtschaftlichen Praxis trafen sich für einen regen Austausch. Es wurden Fragen gestellt und beantwortet, Erfolge, Ideen und Herausforderungen geteilt. Der Stammtisch soll in zweimonatlichem Turnus fortgeführt werden und mit Betriebsbesuchen sowie Besichtigungen künftiger Agroforstflächen in der Region verbunden werden.

Entstehung und Bedeutung von Böden in Streuobstwiesen

Gemeinsam mit dem LIKK e.V. sorgten Prof. Dr. Florian Wichern von der HSRW und Dr. Stefanie Heinze von der Ruhr-Universität Bochum in dem Workshop „Boden in Streuobstwiesen“ für schmutzige Hände und ein besseres Verständnis von Böden. Die Teilnehmenden trafen sich auf einer Streuobstwiese in Neulouisendorf. Dabei vertieften sie ihr Verständnis für die Bedeutung des Bodens für die Pflanzen.

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