Baumstreifen auf Ackerflächen sorgen für einen geringeren Abtrag von wertvollem Boden bei Wind und Regen, werfen Schatten an sonnigen Tagen und beleben den Boden. Trotzdem stößt dieses Konzept vielfach auf Vorbehalte. Mit den öffentlichen Veranstaltungen der Agroforst Sommerwoche wollen das Agroforst Reallabor der HSRW und seine Kooperationspartner für mehr Verständnis werben und eine breitere Akzeptanz von alternativen landwirtschaftlichen Methoden in der Gesellschaft erreichen.
Der Startschuss fällt am 2. Juni mit einem Onlinevortrag, der auf Initiative der Stadt Kleve angeboten wird. Burkhard Kayser, Berater für nachhaltige Landnutzung und Permakultur, gibt eine verständliche Einführung in die Kombination von Ackerbau, Weidehaltung und Gehölzen.
Vortrag mit anschließender Diskussion
Am Dienstag, 9. Juni findet in Kooperation mit dem LIKK (Landschaftspflege im Kreis Kleve e.V.) ein Vortrags- und Diskussionsabend zur Ökonomie von Streuobstwiesen statt. Prof. Dr. Tobias Dalhaus zeigt am Beispiel der Frostresilienz von Streuobstwiesen und Schweizer Mostobstproduktion, wie Partner entlang der Wertschöpfungskette von Produktionsausfällen betroffen sind. In der anschließenden Diskussion soll erörtert werden, wie Kenntnisse zur Entwicklung einer nachhaltigen und klimaresilienteren Streuobstwiesennutzung auch am Niederrhein beitragen können.
An Praktiker*innen richtet sich der 13. Agroforst-Praxisstammtisch Niederrhein. Am Mittwoch, 10. Juni, steht ein Apfel-Agroforstsystem, das in Goch im Rahmen von Forschung des Agroforst Reallabors zur Trockentoleranz von Apfelwurzeln gemeinsam mit Praxispartner*innen angelegt wurde, im Fokus. Auf der Fläche werden Pflanzung, Baumschutz und Versuchsfragestellungen diskutiert. Im Anschluss gibt es weitere Möglichkeiten zum Austausch bei einem gemeinsamen Abendessen im Agroforst.

Agroforst ist in Kleve ohne das Pilotprojekt Alleen 3 fast nicht denkbar. Was ist seit der Pflanzung im Januar 2025 passiert? Die Baumreihen sind gut angewachsen und deutlich sichtbarer geworden. Am Donnerstag, 11. Juni von 14:00 bis 16:00 Uhr bietet die HSRW in Kooperation mit der Stadt Kleve eine Führung durch die sieben Agroforststreifen an und gibt einen Einblick in die aktuelle Forschung und Bewirtschaftung.
bodenworkshops für Kinder und Erwachsene
Zwei Bodenworkshops sollen neben lehmigen Händen für ein besseres Verständnis von Böden sorgen. Am Freitag, 12. Juni, besteht für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren die Möglichkeit das Agroforstsystem Alleen 3 und seine Bodenbeschaffenheit genauer unter die Lupe zu nehmen. Sie werden angeleitet von Prof. Dr. Florian Wichern und Dipl.-Geogr. Björn Flockau. Der Nachmittag findet in Kooperation mit dem Naturschutzzentrum im Kreis Kleve und dem LIKK statt.
In einer ganztägigen Veranstaltung am Sonntag, 21. Juni vertiefen Teilnehmende ihr Wissen über die Bedeutung des Bodens für die Pflanzen auf einer Streuobstwiese des LIKK in Neulouisendorf. Angeleitet von Dr. Stefanie Heinze, Ruhr-Universität Bochum, und Prof. Dr. Florian Wichern wird der Boden untersucht und Fragen zu Eigenschaften des Bodens beantwortet. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Anmeldemöglichkeiten sind hier verfügbar.
